Wiener KammerOrchester  -  We C7; music
Wiener
KammerOrchester
Die entfesselte Meisterschülerin

Die Presse online vom 17.5.2010
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Hier reichte der Radius von Beethovens Chorfantasie bis zum Komponisten Friedrich Gulda, vertreten durch sein „Concerto for players and singers“. Schon Mitte der Siebzigerjahre war dieses nach klassischen Mustern erdachte, gleichwohl mit Jazzidiomen gespickte dreisätzige Werk im Konzerthaus zu hören. Dabei von der seinerzeitigen Formation war diesmal der Arnold Schoenberg Chor, dessen Leiter Erwin Ortner den ganzen Abend über auch am Pult des engagierten Wiener KammerOrchesters stand. Solist bei Beethoven und Gulda war der mittlere der Gulda-Söhne, Paul, der keinen Zweifel ließ, wie sehr ihm sein Vater in Artikulation, Rhythmik, vor allem aber in der Besessenheit, stets bis an die Grenzen der Möglichkeiten zu gehen, Vorbild ist.

Nicht nur an seinen Söhnen, auch an Claudio Abbado und vor allem an Martha Argerich demonstrierte Friedrich Gulda seine pädagogischen Fähigkeiten. Und Argerich sorgte dann auch für das entfesselte Finale dieses umjubelten Abends. Mit einer an Virtuosität, klanglicher Sensibilität, rhythmischer Beredtheit und temperamentvoller Leidenschaft schwerlich zu übertreffenden Deutung des ersten Chopin-Klavierkonzerts. Aufregender hätte das Finale dieser Hommage nicht ausfallen können.



Zum Konzert : Play Gulda Play

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