Wiener KammerOrchester  -  We C7; music
Wiener
KammerOrchester
Für Marlis                                                   Serenade für Streichorchester (2009) UA

Meinhard Rüdenauer
Dauer: 15"

Satzangaben:
Air
Scherzoso
Quasi un sogno
Pathétique
Basso al galoppo
Canto favore
Traditional
Con affetto

Eine Serenade. Gedacht als eine Reminiszenz an beschwingte Ständchen des 18., des 19. Jahrhunderts? Nur ganz wenige Werke mit solch einer Bezeichnung finden wir in der Musik des 20. Jahrhunderts. Somit mag eine derartige Benennung wahrscheinlich nicht gerade einer modischen Diktion entsprechen.
Allerdings, die Zeiten der intellektuellen Musikavantgarde scheinen verflossen, die heutige Konsumgesellschaft hat sich einer reinen Eventkultur verschrieben, die Schöpfungsgeschichten der vielen beeindruckenden wie heute am häufigsten aufgeführten Dokumente der Musikgeschichte liegen in faszinierender Bandbreite weit hinter uns.

Auch wenn sich geistige Perspektiven, künstlerische Moden, Denkungsarten rasch ändern: Der genießende Musikfreund verlangt nach einem Gefühl von Vertrautheit. Besonders dann, wenn ihm, wie hier "Für Marlis", auf eine eher
gewinnende Weise aufgespielt werden soll. Ohne ein klein bisschen Schwelgen in der Vergangenheit, in gewohnten Harmonien, dürfte solches im gegenwärtigen Musik-Business kaum möglich sein.

Diese Serenade möchte sich als eine Folge unterschiedlicher kürzerer Sätze mit leicht aphoristischem Charakter vorstellen. Einer bunten Bildgeschichte ähnlich: Teils mit zart hingetupft Klangfarben (Air), teils ironisch, spielerisch gedacht und romantisch gefärbt (Scherzoso), mit parodistischen Elementen durchwirkt, den Klassikern Reverenz erweisend (Traditional), mit träumerischem Phantasieren der zwölf Töne (Quasi un sogno) oder ein Instrument in den Mittelpunkt rückend (Basso al galoppo). Dabei durchaus stets um eine dezent Emotionen ansprechende Wirkung und eine gewisse Zeitlosigkeit bemüht. Ein weiter Spielraum mag heute gegeben sein. Mit Blickrichtung auf das Publikum: Harmonie und ein Quäntchen Schönheit sind erwünscht. Oder doch nicht?

Meinhard Rüdenauer


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