Komponist / Komponistin
Jessie Montgomery
- Geboren
- 08.12.1981
Jessie Montgomery ist eine GRAMMY®-preisgekrönte Komponistin, Geigerin und Pädagogin, deren Werk klassische Musik mit Elementen volkstümlicher Musik, Improvisation, Poesie und gesellschaftlichem Bewusstsein verbindet. Montgomery gilt als eine präzise Interpretin des amerikanischen Klangs und Erlebens des 21. Jahrhunderts. Ihre eindrucksvollen Werke wurden als „turbulent, von wilder Farbigkeit und voller explodierender Lebenskraft“ beschrieben (The Washington Post) und werden regelmäßig von führenden Orchestern, Ensembles und Solist:innen weltweit aufgeführt. Im Juni 2024 beendete sie ihre dreijährige Tätigkeit als Mead Composer-in-Residence beim Chicago Symphony Orchestra. Zudem wurde sie von Performance Today zur Classical Woman of the Year 2025 ernannt.
Montgomerys Musik umfasst ein breites Spektrum menschlicher Erfahrungen – von Stellungnahmen zu Fragen sozialer Gerechtigkeit über die Erfahrung der Schwarzen Diaspora und deren Verwurzelung in der amerikanischen Musik bis hin zu sehnsuchtsvollen Huldigungen und spielerischer Spontaneität. Diese Vielfalt spiegelt ihre tiefgehende Prägung als klassische Geigerin sowie ihre Kindheit in der radikalen New Yorker Kulturszene der 1980er- und 1990er-Jahre wider. In Reaktion auf Montgomerys GRAMMY®-prämiertes Werk Rounds (2021) erklärte der NPR-Sender KQED aus San Francisco: „Das ist es, was klassische Musik im Jahr 2024 braucht.“ Montgomery ist Gründungsmitglied des PUBLIQuartet und war zuvor Mitglied des Catalyst Quartet. Sie arbeitet häufig und intensiv mit ausführenden Musiker:innen, Komponist:innen, Choreograf:innen, Dramatiker:innen, Lyriker:innen und bildenden Künstler:innen zusammen.
Im Zentrum von Montgomerys Schaffen steht ein starkes Engagement für Gemeinschaftsförderung und der Wunsch, jungen Künstler:innen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Während ihrer Zeit beim Chicago Symphony Orchestra initiierte sie die Young Composers Initiative, die Jugendliche im Highschool-Alter bei der Entwicklung und Präsentation eigener Werke unterstützt – unter anderem durch regelmäßige Tutorials, Probenlesungen und öffentliche Aufführungen. Ihre kuratorische Arbeit richtet sich an ein vielfältiges Konzertpublikum und zielt darauf ab, Werke unterrepräsentierter Komponist:innen sichtbar zu machen und damit die Hörerfahrungen in klassischen Musikräumen zu erweitern.
Montgomery wurde mit zahlreichen renommierten Auszeichnungen und Stipendien geehrt, darunter das Civitella-Ranieri-Stipendium, die Sphinx Medal of Excellence, der Leonard Bernstein Award der ASCAP Foundation sowie Musical Americas Composer of the Year 2023. Seit 1999 ist sie in unterschiedlichen Funktionen mit der Sphinx Organization verbunden, unter anderem als Composer-in-Residence der Sphinx Virtuosi, des professionellen Tourneeensembles der Organisation. Montgomery erwarb Abschlüsse an der Juilliard School und der New York University und ist derzeit Doktorandin für Komposition an der Princeton University. Zudem ist sie Mitglied des Lehrkörpers für Komposition und Musiktechnologie an der Bienen School of Music der Northwestern University.