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Joseph Haydn

Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

Hob. XX/1:A

Komponiert: 1787

Gattung
Sakral
Stil
Oratorium
  1. L'Introduzione (Maestoso ed adagio) Introduzione
  2. Sonata I (Largo): Pater, dimitte illis, non enim sciunt, quid faciunt Vater, vergib ihnen
  3. Sonata II (Grave e cantabile): Amen dico tibi: hodie mecum eris in paradiso Fürwahr, ich sag es dir
  4. Sonata III (Grave): Mulier, ecce filius tuus, et tu, ecce mater tua! Frau, hier siehe deinen Sohn
  5. Sonata IV (Largo): Eli, Eli, lama asabthani? Mein Gott, mein Gott
  6. Introduzione
  7. Sonata V (Adagio): Sitio Ach, mich dürstet
  8. Sonata VI (Lento): Consummatum est! Es ist vollbracht
  9. Sonata VII (Largo): Pater! In manus tuas commendo spiritum meum Vater, in deine Hände
  10. Il terremoto (Presto e con tutta la forza) It terremoto

Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze entstand als Auftragskomposition für die Domherren von Cádiz. Deren Auftrag lautete, sieben langsame meditative Sätze für jedes der letzten Worte Jesu zu komponieren. Der Bischof sollte auf die Kanzel steigen, ein Wort vorlesen, es auslegen und dann vor dem Altar zum Gebet niederknien, während ein meditatives Musikstück erklingen sollte. Joseph Haydn beschrieb seinem Biographen Georg August Griesinger den Ablauf der Uraufführung: „Man überzog an dem bestimmten Tage die Wände, Fenster und Pfeiler der Kirche mit schwarzem Tuche, und nur eine in der Mitte hängende Lampe von großem Umfange erleuchtete das heilige Dunkel. Zu einer bestimmten Stunde wurden alle Thüren verschlossen, und die Musik begann. Nach einem zweckmäßigen Vorspiele bestieg der Bischof die Kanzel, sprach eines der sieben Worte aus, und stellte eine Betrachtung darüber an. Sobald sie geendiget war, stieg er von der Kanzel herab, und fiel knieend vor dem Altar nieder. Die Musik füllte diese Pause aus. Der Bischof betrat zum zweyten-, drittenmale u. s. w. die Kanzel, und jedesmal fiel das Orchester nach dem Schlusse der Rede wieder ein. Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen. Haydn erklärte so auch öfters diese Arbeit für eine seiner gelungensten.“[1] 1785 stellte Haydn das Werk fertig. Er bezeichnete es mit dem Untertitel Sieben Sonaten mit einer Einleitung und am Schluss ein Erdbeben.

 

1787 brachte Haydn eine Version für Streichquartett heraus, wahrscheinlich um die Verbreitung des Werkes zu erhöhen (siehe Liste der Streichquartette Haydns). 1794 hörte Haydn in Passau eine Fassung als Oratorium, die der dortige erzbischöfliche Kapellmeister Joseph Friebert erarbeitet hatte. Obwohl Haydn diese Fassung gut gefiel, beschloss er, unter teilweiser Benutzung der Friebertschen Fassung eine eigene Oratorienversion für vier Solostimmen, Chor und Orchester anzufertigen, für die Gottfried van Swieten die Textfassung lieferte. Uraufgeführt wurde diese Fassung in Wien im Jahr 1796; 1801 wurde sie veröffentlicht.

 

(Quelle: Wikipedia)

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