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Wolfgang Amadeus Mozart

Exsultate Jubilate

KV 165

für Sopran und Orchester

Komponiert: 1772

Gattung
Klassik
Stil
Arie
Katalog
KV
  1. I. Exsultate jubilate
  2. II. Recitative: Fulget amica dies
  3. III. Tu virginum corona
  4. IV. Alleluja!

Am 24. Oktober 1772 brach Mozart gemeinsam mit seinem Vater zu seiner dritten Reise nach Italien auf, um seiner eineinhalb Jahre zuvor gegenüber dem Regio Ducal Teatro in Mailand vertraglich eingegangenen Verpflichtung, für die Karnevals-Stagione 1772/73 eine neue Oper zu komponieren und einzustudieren, nachzukommen. Die Permiere dieses Werks, der Opera seria "Lucio Silla", fand am 26. Dezember 1772 statt und wurde mit großer Zustimmung aufgenommen. Ausschlaggebend für diesen Erfolg war nicth allein die Leistung Mozarts, sondern auch die des Kastraten Venanzio Rauzzini, eines der größten Opernstars jener Zeit, der die Partie des "Primo uomo" sang. Da sich seine Zusammenarbeit mit diesem somit als für beide Seiten äußerst vorteilhaft erwiesen hatte, schrieb Mozart für Rauzzini gleich auch noch eine kurze Solokantate, "Exsultate, jubilate" F-Dur KV 165, die knapp nach "Lucio Silla", am 17. Jänner 1773, in der Mailänder Theatinerkirche zum ersten Mal aufgeführt wurde.

Die Dichtung, die Mozart in diesem Werk vertont hat, gehört nicht dem offiziellen Bestand römisch-katholischer liturgischer Texte, sondern der Mailänder Lokaltradition an. Fomale Anzeichen dafür sind etwa die an die ambrosianische Hymnodie erinnernden trochäischen bzw. jambischen Metren sowie die Paarreime der beiden äußeren Textabschnitte. Der mittlere Prosateil entspricht dagegen in Form und Inhalt eher der ursprünglich im Zentrum des liturgischen Gesangs stehenden Psalmodie.

Mozart folgt diesem uralten Gegensatz, indem er den ersten Abschnitt als virtuose Da-capo-Arie, den mittleren Teil als Secco-Recitativ und den zweiten hymnusartigen Abschnitt als lyrische Kavatine vertont. Im abschließenden "Alleluja" kehrt er dann wrikungsvoll zur Virtuosität des Anfangs zurück. Stilistisch unterscheidet sich die Musik dieser Solokantate also nicht von der Oper, deren Seitenstück sie ja ihrer Entstehungsgeschichte nach tatsächlich ist. Die stilistische Nähe eines für die Kirche bestimmten Werkes zur Opernmusik, die später, im historischen 19. Jahrhundert, als "Verweltlichung" kritisiert werden sollte, ist dabei keine besondere Eigenschaft dieser Komposition, sondern kennzeichnet die (katholische) Kirchenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts ganz allgemein. Erst vor dem Hintergrund dieser Zeit, die von den Idealen des Cäcilianismus noch nichts weiß, wird es verständlich, dass Mozart nichts dabei findet, ein Werk, das uns heute wie eine Konzertarie erscheint, allein ihres religiösen Textes wegen als "Motette" zu bezeichnen.

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