Suite italienne für Violoncello und Streichorchester
Fassung: Benjamin Wallfisch
Komponiert: 1920
- ntroduzione
- Serenata
- Aria
- Tarantella
- Minuetto e Finale
- Gavotta con due variazioni
Die Suite italienne gehört zu jenen Werken Strawinskys, in denen sich seine neoklassizistische Ästhetik besonders klar zeigt. Ausgangspunkt ist die Musik zu Pulcinella, die Strawinsky nach Vorlagen komponierte, die damals Giovanni Battista Pergolesi zugeschrieben wurden. Die scheinbar historische Musik wird dabei nicht einfach arrangiert, sondern stilistisch neu geformt, mit präziser Rhythmik, scharf konturierten Akzenten und einer harmonischen Sprache, die das 18. Jahrhundert nur als Ausgangsmaterial nutzt.
In der Fassung für Violoncello und Streichorchester erscheint das Werk als Abfolge kurzer Sätze, die Tanzformen und Gesanglichkeit in klarer, oft bewusst reduzierter Gestalt präsentieren. Das Soloinstrument übernimmt eine doppelte Rolle, es trägt melodische Linien, zugleich kommentiert es die Musik mit virtuoser Beweglichkeit. Strawinsky verbindet Eleganz und Distanz, Leichtigkeit und strukturelle Strenge. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz des Werkes aus.
Die Bearbeitung von Benjamin Wallfisch verstärkt die klangliche Geschlossenheit der Streicherbesetzung und bringt das Wechselspiel von Solostimme und Ensemble in eine konzertante Balance. Die Musik wirkt transparent und pointiert, zugleich besitzt sie jenen trockenen Humor und jene stilisierte Grazie, die Strawinskys Umgang mit historischen Formen so unverwechselbar machen.