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Herbert Willi

1., 2. und 4. Satz aus "Kairos im Kronos 1756/1956"

Mit „Kairos im Kronos 1756/1956“ entwirft Herbert Willi ein vielschichtiges musikalisches Zeitbild, das den historischen Augenblick (Kairos) in den kontinuierlichen Fluss der Zeit (Kronos) einbettet. Ausgangspunkt ist das symbolische Spannungsfeld zwischen dem Geburtsjahr Wolfgang Amadeus Mozarts (1756) und dem Geburtsjahr des Komponisten selbst (1956).

Die ausgewählten Sätze entfalten eine konzentrierte, hoch differenzierte Klangsprache, in der flüchtige Gesten, eruptive Impulse und Momente fragiler Ruhe einander gegenüberstehen. Willi verzichtet auf lineare Erzählformen zugunsten einer Musik, die Zeit als subjektiv erlebten Raum erfahrbar macht.

Charakteristisch ist das Wechselspiel zwischen struktureller Präzision und expressiver Freiheit. Klangfarben, rhythmische Schichtungen und abrupte Kontraste prägen den musikalischen Verlauf und eröffnen eine spannungsreiche Reflexion über Herkunft, Erinnerung und Gegenwart.



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