Solistin
Josefine Göhmann
- Lady Magnesia & Armande
Biografie
Die Sopranistin und Konzepterin Josefine Göhmann erregte im Jahr 2022 internationale Aufmerksamkeit mit ihrem Liedkonzept „réBelles!“, das sich mit weiblicher Selbstbestimmung und Frauenbildern in der Kunst des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt. Ausgehend von diesem Album, einer Koproduktion mit Deutschlandfunk, sowie einem performativen Liederabend, gefördert vom Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien und in Kooperation mit dem Heidelberger Frühling, entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Rundfunkanstalten. Es folgten europaweite Features und Porträts bei France Musique, ORF Ö1, NDR Kultur, rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur sowie weitere Kooperationen in Berlin, unter anderem mit dem KulturBüro Elisabeth und der Neuköllner Oper.
Das Projekt wurde vielfach international nominiert, darunter im Opernwelt Jahrbuch 2022 als „Medienveröffentlichung des Jahres“, bei den International Classical Music Awards 2023 in der Kategorie „Vocal Music“ sowie beim Opus Klassik 2023 in den Kategorien „Gesang Solo/Lied“ und „Kammermusikeinspielung des Jahres“. Göhmanns warmer und kraftvoller Sopran wird dabei für seine Ausdruckstiefe, Eleganz und musikalische Vielseitigkeit über alle Lagen hinweg besonders hervorgehoben. So beschreibt die Zeitschrift Opernwelt (7/2022) sie als „mutige Rebellin“, die mit großer Intensität und einer erstaunlich vielfältigen stimmlichen Farbpalette überzeugt.
Zu ihren weiteren künstlerischen Konzepten zählen „Weib & Wahn“ (DLF), „Maria. Ein Leben“ anlässlich des 100. Jubiläums von Paul Hindemiths „Marienleben“ sowie „Toxic Love Songs. Judith & Blaubart“ an der Neuköllner Oper Berlin, inspiriert von Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“ und ergänzt durch weibliche Kompositionen vom Frühbarock bis zur Gegenwart.
Engagements führten Josefine Göhmann an zahlreiche renommierte Häuser und Festivals, darunter die Staatsoper Hannover, die Festwochen Herrenhausen, die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, die Opéra National de Lyon, das Théâtre des Champs-Élysées, die Opéra Royal du Château de Versailles, das TNP Villeurbanne/Lyon, die Opéra de Vichy, das Theater Aachen, das Printemps des Arts de Monte-Carlo, die Semperoper Dresden sowie zu den Internationalen Maifestspielen des Staatstheaters Wiesbaden und nach Wien zum Ensemble Reconsil. Ihr Repertoire umfasst dabei Partien wie Poppea, Drusilla, Virtù, Ännchen, Despina, Ariadne, Bellezza und Judith sowie ein breites Spektrum kammermusikalischer Werke von Komponisten wie Francis Poulenc, Claude Debussy, Manuel de Falla, Astor Piazzolla, Kurt Weill, Olivier Messiaen und Richard Strauss.
Geprägt wurde sie künstlerisch unter anderem von Dirigenten wie Gudrun Schröfel, Gregor Bühl und Alberto Zedda sowie von Regisseuren wie Richard Brunel. Besonders hervorzuheben ist ihre Mitwirkung in der Wiederbelebung von L'incoronazione di Poppea in der Inszenierung von Klaus Michael Grüber bei der Opéra National de Lyon.
Ihre musikalische Ausbildung begann sie bereits im Alter von 13 Jahren im Mädchenchor Hannover. Später studierte sie Gesang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und besuchte Meisterkurse bei renommierten Künstlern wie Thomas Quasthoff. Weitere Studien führten sie an die Opéra National de Lyon sowie an die Accademia del Belcanto in Martina Franca.
Josefine Göhmann ist Preisträgerin der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2016 und war Finalistin beim Internationaler Richard-Strauss-Wettbewerb 2018. Neben zahlreichen Solo-Nominierungen wurde sie gemeinsam mit dem Pianisten Mario Häring auch für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2024 nominiert.
Ihre Diskografie umfasst unter anderem „réBelles! Portraits Lyriques“, eine frühe Aufnahme von Dieterich Buxtehudes „Klag-Lied“ sowie die Alben „EXTASE“ und „On The Brink Of Reality“.