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Francis Poulenc

The Story of Babar, the Little Elephant S129

Edited for Orchestraby Jean Francaix

Composed: 1940

Francis Poulenc galt als eigenwilliger Musiker, der stets auf großen formalen Schliff achtete und sich zugleich auf seinen Instinkt berief. Durch den spanischen Pianisten Ricardo Viñes, der als erster auf seine besondere musikalische Begabung aufmerksam wurde, kam er in Verbindung mit Eric Satie und Georges Auric – Komponisten, die der französischen Musik neue Wege gewiesen hatten. Weitere Anregungen erhielt er von Charles Koechlin. Wie Prokofjew und Strawinski, so wurde auch er von dem Ballettimpresario Sergej Diaghilew gefördert; Diaghilew führte 1924 Poulencs Ballett «Les Biches» auf. Immer wieder zog es Poulenc zum Ballett hin, andererseits komponierte er auch geistliche Musik. Über ihn wurde gesagt, dass er zwei Seelen in seiner Brust hätte: die eines Mönches und die eines Lausbuben.

Mit der heiteren Oper «Les mamelles de Tirésias» nach einem surrealistischen Drama von Guillaume Apollinaire betrat Poulenc 1944 die Opernbühne; in den 50er-Jahren schlossen sich daran die Oper «Dialogues des carmélites» (nach Georges Bernanos) und «La voix humaine» (nach Jean Cocteau, dem Dichter und Freund Poulencs) an.

In den Bereich der Theatermusiken gehört auch das 1942 entstandene Werk «L‘histoire de Babar, le petit éléphant». Die Geschichte um den kleinen Elefanten führt in die Welt der schönen Kostüme und schnittigen Autos; es ist eine Liebesgeschichte, und am Schluss heiratet der kleine Elefant seine geliebte Céleste. In der Anlage des Werkes schimmern Anleihen bei Robert Schumann durch; das melodische Element steht hier im Vordergrund.

Es zeigt sich, dass Poulenc – ob er nun für Instrumente oder Gesang komponiert – allemal vokal empfindet. Seine Musik verbindet auf sonderbare Weise das Geheimnisvolle mit dem Fröhlichen – auch diese Ballettsuite zeugt davon. Poulenc beweist in jedem Takt seine kompositorische Meisterschaft: Er versteht sich auf die feinen Zwischentöne und wahrt bei aller Raffinesse eingängige Melodien. Über allem liegt französisches Flair und eine bezwingende Eleganz. (Beate Hiltner)

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