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Paul Hertel

Drei Stücke aus der Emigration

Op. 51 / 16-12-13
Gattung
Zeitgenössisch
  1. Ende & Anfang (op. 51/16)
  2. Erinnerung (op. 51/12)
  3. Hotel Metropol (op. 51/13)

Drei Stücke aus der Emigration sind drei Bruchstücke langer Assoziationsketten, Fragmente vergangener Emotionen, die in der Musik weiterwirken. Der Zyklus denkt nicht in linearen Geschichten, sondern in Bildern: Musiker treffen einander vor einer verkommenen Lagerbaracke zu einem Freiluftkonzert. Was lange in den Körpern gespeichert war, ist zerfallen, mischt sich neu, taucht in Splittern auf und findet für kurze Momente wieder Gestalt.

Der gedankliche Kern berührt eine Erfahrung, die erschreckend nah liegt: Es heißt, ein Mensch müsse sich nur wenige Kilometer von seiner gewohnten Umgebung entfernen, und schon werde er zum Fremden, zum Ausländer, zum Emigranten. In dieser Verschiebung von Perspektive liegt die Spannung des Werkes: Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Entwurzelung, Erinnerung und Gegenwart.

Formal handelt es sich um Umschreibungen von Stücken aus der Bruchstücksammlung der Emigrantentrios op. 51. Die Arbeit an diesem Material entstand im Anschluss an Fernsehkompositionen zu einem SWR-Film über den jüdischen Friedhof in Mannheim: Der Kern bleibt ident, die Ausformung verändert sich je nach Instrumentarium. Entsprechend haben auch die Stücke aus der Emigration keine „Heimat“ im Sinn einer fixen Besetzung, sie sind bewusst offen gedacht, als Musik, die sich immer wieder neu verkörpert.

Die Drei Stücke aus der Emigration sind erschienen auf der CD: EMIGRATION OF STRINGS, Kat.Nr.: PREISER PR 90761. Philippe Entremont dirigiert das Wiener KammerOrchester.


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