Concerto grosso Es-Dur "Il pianto d´Arianna"
Op. 7/6Lamento D´Arianna
Komponiert: 1741
- Andante, Allegro, Adagio, Andante, Allegro, Largo
- Largo andante
- Grave
- Allegro, Largo
Der Beiname „Il pianto d’Arianna“ verweist auf die Ariadne Gestalt der antiken Überlieferung und zugleich auf die traditionsreiche Klage Szene, die besonders durch Monteverdis „Lamento d’Arianna“ zum Modell zahlreicher späterer Lamenti wurde. Locatelli übersetzt diese Affektlage in eine konzertante Dramaturgie, die weniger auf äußere Effekte als auf klangliche Rhetorik zielt, mit seufzenden Bewegungen, bewusst gesetzten Pausen und einer auffallend sprechenden Führung der Solovioline.
Charakteristisch ist die Anlage in kontrastierenden Abschnitten. Auf ein klagendes, wellenförmig bewegtes Andante folgt ein energischeres Allegro, das die Spannung nicht auflöst, sondern in einen erneuten, stärker verdunkelten Ausdruck zurückführt. Das Werk arbeitet mit Wiederkehr und Variation von Material, auch in transponierter Gestalt, wodurch ein Eindruck von kreisender Erinnerung entsteht, wie ein emotionales Nachbeben der Klage.
Im weiteren Verlauf treten Tutti Passagen und konzertierende Einwürfe der Solisten in ein Wechselspiel, das zwischen historischer Anspielung und modernem, vivaldianisch zugespitztem Drive oszilliert. Das Schluss Largo hält den Ton der Klage bis zuletzt fest, erst die Schlusskadenz stellt die Dur Ruhe wieder her, knapp, beinahe wie eine formale Verpflichtung.