Zum Inhalt springen

Zurück zum Konzert

Ludwig van Beethoven

Prüfung des Küssens

WoO 89

Komponiert: 1792

Mit Prüfung des Küssens zeigt sich Beethoven von einer Seite, die man im Konzertsaal nicht allzu häufig erlebt: humorvoll, spielerisch und mit einem feinen Gespür für ironische Pointen. Das Werk entstand in den Jahren 1791/92, also noch in Beethovens früher Bonner Zeit, als er sich bereits als außergewöhnliches Talent etablierte, jedoch noch vor seinem endgültigen Durchbruch in Wien.

Der Text, verfasst von Klamer Eberhard Karl Schmidt, stellt in leicht satirischem Ton die Frage, wie man das Küssen „richtig“ beherrscht, und spielt mit der Idee, dass selbst das zärtlichste Vergnügen einer gewissen Prüfung unterzogen werden müsse. Beethoven greift diese humoristische Vorlage mit großem musikalischem Instinkt auf. Die Singstimme wird dabei wie eine kleine Szene geführt, fast wie ein dramatischer Monolog, der zwischen Belehrung, Schalk und plötzlicher Leidenschaft wechselt.

Gerade in der Orchesterfassung gewinnt das Stück zusätzliche Farben: die Begleitung kommentiert den Text, setzt Akzente, spiegelt Stimmungen und verstärkt die theatralische Wirkung. So wird aus einem ursprünglich kammermusikalischen Lied ein kleines, glänzend instrumentiertes Bühnenminiaturbild.