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Wolfgang Amadeus Mozart

Parto, Parto

KV 621

Nr. 9, Arie des Sesto, aus La clemenza di Tito (Akt I, Szene 9)

Komponiert: 1971

Gattung
Klassik
Stil
Arie
Katalog
KV

Die Arie „Parto, parto, ma tu, ben mio“ steht an einem dramatischen Kipppunkt. Sesto hat sich von Vitellia zu einer Tat drängen lassen, die er innerlich kaum erträgt, und versucht im selben Moment, ihre Zuneigung zu sichern. Mozart formt daraus eine hoch konzentrierte Szene, in der Entschlossenheit, Abhängigkeit und moralische Unruhe eng ineinander greifen.

Charakteristisch ist das intime Zwiegespräch zwischen Stimme und obligater Bassetklarinette. Das Soloinstrument begleitet nicht nur, es spiegelt Sestos Affekte, umkreist die Gesangslinie, greift sie auf, kommentiert sie, und macht die innere Spannung hörbar. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche psychologische Tiefenschärfe, fast wie ein Dialog, der zwischen Bitte, Selbstberuhigung und aufbrechender Erregung pendelt.

Die formale Anlage führt von einem eher zurückgenommenen Beginn zu steigender Bewegungsenergie und virtuoser Zuspitzung. Gerade das Drängen am Schluss wirkt nicht wie äußerer Effekt, sondern wie musikalischer Ausdruck eines Menschen, der sich selbst zu einem Entschluss zwingt, während er innerlich längst zweifelt.

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